Die Arbeitsfelder
Kinder- und Jugendwerk Telgte

Die Arbeitsfelder

Die Arbeitsfelder Streetwork und Mobile Jugendarbeit
Die konzeptionellen und alltagspraktischen Grenzen zwischen Streetwork und Mobiler Jugendarbeit sind fließend. 

Da beide Arbeitsfelder mehr verbindet als unterscheidet, wurde nach langjährigen Abgrenzungsdiskussionen in den 1970er und 1980er Jahren schließlich in den 1990er Jahren die Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit als gemeinsamer Dachverband gegründet (Steffan, 2007, S. 658).

Mobile Jugendarbeit hat mit ihrer konzeptionellen Ausrichtung stärkeren Gemeinwesenbezug und arbeitet in sozialräumlich orientierten Projekten. Streetwork hingegen hat einen deutlichen Milieu-/Cliquenbezug, wie z. B. zur Drogen-, Punk-, Prostitutions-, Straßenkinderszene (ebd.). 

Mobile Jugendarbeit ist also im Allgemeinen weniger szene-/brennpunkt-bezogen und stärker stadtteil- und sozialräumlich orientiert, wobei die häufig praktizierte Verbindung von lebensweltzentriertem Aufsuchen und einrichtungsgebundener Club-/Freizeitarbeit u. a. wegen unterschiedlicher Auftragslagen einen Rollenkonflikt bergen kann. Beide Arbeitsfelder bedienen sich der klassischen Methoden der Sozialen Arbeit: Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. 

Werner Steffan (2007, S. 948) formuliert die typischen Aufgaben und Handlungsebenen für Streetwork und Mobile Jugendarbeit folgendermaßen:

„(...) Knüpfen eines Kontaktnetzes in der Lebenswelt und Vertrauenserwerb; Pflege des Kontaktnetzes mit der Zielgruppe und Vertrauenserhalt; einzelfallorientierte psychosoziale Unterstützung; Gruppen-/Cliquenarbeit; Stadtteil-/Gemeinwesenarbeit; institutionelle Innovation in Hintergrundeinrichtungen und durch den Aufbau von Unterstützungsangeboten; Konfliktverhinderung/-vermittlung/Deeska-lation; institutionelle Vernetzung und Verbundarbeit; Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung; Einmischung/Lobbyarbeit und Aktivierung.“

Quellen
Steffan, W. (2007). Mobile Jugendarbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.), Fachlexikon der Sozialen Arbeit (6. Aufl., S.658). Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.
Steffan, W. (2007). Streetwork. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.), Fachlexikon der Sozialen Arbeit (6. Aufl., S.948-949). Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.